Lafer mal ganz privat

Starkoch Johann Lafer gibt im exklusiven Interview Einblicke in seine Kindheit. Welche Gericht haben ihn am meisten geprägt – was wurde ihm schon als Kind übers Kochen vermittelt? Das verrät er hier:

Kurzinterview mit Johann Lafer

1. Welches war Ihr liebstes Gericht der Kindheit und welche Erinnerungen verbinden Sie damit?

Ich erinnere mich an ein ganz einfaches Gericht, das meine Mutter mit viel Liebe und ein paar Extras für uns Kinder an kalten Tagen servierte. Eine schlichte Einbrennsuppe – dabei lässt man Mehl in Fett goldbraun anbraten und gießt es mit Fleisch- oder Gemüsebrühe auf. Meine Mutter gab dann immer noch Gemüse, Hühnchenklein und Ei dazu und richtete diese Suppe liebevoll an. Das gab eine schöne Wärme von innen.

2. Welche Küchentricks haben Sie sich von Ihrer Mama abgeschaut?

Es sind nicht nur Tricks, die ich mir abgeschaut habe – denn heute koche ich schon ein wenig besser als meine Mutter. Aber sie gab mir vor allem Motivation, meinen Weg durch die harte Ausbildungszeit zu gehen. Und sie schenkte mir viel Wissen rund um die Produkte aus der Natur, dabei die Jahreszeiten zu berücksichtigen und immer den respektvollen Umgang mit den Produkten im Blick zu behalten.

3. Gibt es einen Gegenstand, den Sie seit Ihrer ersten Küche besitzen und noch immer lieben und nutzen?

Das wichtigste Instrument für einen Profikoch sind scharfe Messer. Mein erstes Messerset aus meiner Lehrzeit pflege ich bis heute, dabei hat das erste Schneidemesser, weil es ein Geschenk war, besondere Bedeutung für mich.

4. Hobbyköche werden scheinbar immer professioneller und anspruchsvoller beim Kochen. Wie erklären Sie diesen Trend beim Kochen?

Gutes Essen spielt heutzutage in vielen Kreisen unserer Gesellschaft – immer noch zu wenigen – eine große Rolle. Kochen ist zum Statussymbol geworden, das belegen auch die öffentlichen Medien mit den vielen TV-Kochformaten, immer mehr Food-Magazinen, Kochbüchern und Blogs. Kochen bedeutet aber vor allem auch Gesellschaft und Entspannung. Und der Reichtum an Produktangeboten bis zu den technischen Möglichkeiten vom Einkauf bis zum fertigen Gericht bieten heute auch für den Hobbykoch wahnsinnige Möglichkeiten zur Entfaltung.